Magnetic Monopoles Move [West] (Smurf: Hail To The Freaks [frx])
Zuerst ein paar allgemeine Anmerkungen, was man als Leser dieses Threads wohl erwarten wird:
Wir sind im Moment dreizehn Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von ungefähr 19 Jahren, zumeist aus vielen verschiedenen Gilden zusammengewürfelt.
Einige von uns sind erfahrene PvE Spieler, die dem Gebiete bezwingen jedoch abgeschworen haben und sich seit einiger Zeit ausschließlich mit PvP befassen. Ich denke nicht, dass ich mich in der Wortwahl vergreife, wenn ich uns eine GvG-Gilde nenne. Hilfe für PvE kann man bei uns sicherlich finden, selbst spielen wir es jedoch kaum noch.
Lang ist die Entstehungsgeschichte unserer Gilde, zumindest dann, wenn man zu ihren Wurzeln zurückgeht, zurück in jene Tage, als wir mit GvG spielen begannen. Ich denke, ich werde die lange Geschichte erzählen, da zu diesem Zeitpunkt vermutlich nur noch jene Leute diesen Text lesen, die die Geschichte auch interessiert. Also, wie alles begann:
Vor ungefähr zwei Jahren begann eine Gruppe von 6 in Berlin lebenden Freunden Guild Wars zu spielen. Namentlich waren dies Fiete, Urs, Jakob, Sven, Christian und ich, Milan. Schließlich gründeten wir unter meiner Leitung die Gilde Angel Hearts Of The Night [AOTN]. (Bitte sprecht mich nicht auf diese Namensgebung an. Nie. Ich kann es mir bis heute nicht erklären, wie ich auf die Idee kam, einen so schmalzig pathetisch klingenden Namen zu wählen.)
Wir gingen den Weg, den wohl jede PvE Gilde in ihren Anfängen geht, waren mal mehr mal weniger Mitglieder, freuten uns über den ersten Charakter auf Level 20, den ersten Beschützertitel, den ersten Wächtertitel, und schließlich den legendären Wächter, bezwangen ganze Kontinente, leerten (zumindest einer von uns) das Tor der Pein in Rekordzeit und dachten, nichts könnte uns aufhalten. Wir zwangen Varesh in die Knie, besieten Dürren und Hungersnöte und retteten die Welt... oder zumindest so ähnlich.
Vor circa anderthalb Jahren gabelte ich in der Mission Eisenminen von Moladune zufällig einen Waldläufer auf, der nach einer Gilde suchte. So kam Jörn zu uns.
Allmählich begannen wir auch die Zufallsarenen für uns zu entdecken, mit sensationellen Builds die, zumindest für meinen Teil, aus Wirbelverteidigung, Trollsalbe, Flucht, Trugbild beschwören und Phantomschmerz bestanden.
Auch in den Bündniskämpfen sah man häufiger vier verrückte Recken mit dem AOTN Kürzel herumrennen, meist mit zwei lebensmüden Waldläufer an der Front, die jeden Kill mit euphorischen Jubel kommentierten (ich erinnere an einen Duo-Monkspike, welcher wohl anderthalb Sekunden überlebte) und jeden eigenen Tod mit dem gegnerischen Luck schönzureden versuchten. Vielleicht war aber auch nur die überlegene Treffsicherheitsrune und die hohe Fachkenntnis der Grund dafür. 450 Lebenspunkte sind dann evtl doch ein bisschen wenig. Jedenfalls vergnügten wir uns lange auf diesen Buddellkästen des PvP's, warfen uns gegenseitig Sand und Dreck in die Augen. Wenn ich mich recht erinnere, platzte ich zu diesem Zeitpunkt über meinen Verteidiger der Luxon vor Stolz.
Es verging widerum fast ein halbes Jahr, bevor wir uns für echtes PvP zu interessieren begannen. Dies ist vor allem Fiete zu verdanken, welcher sich intensiv mit GvG auseinander setzte, gefühlte Tage im Observe verbrachte und immer wieder Builds und Strategien sammelte.
Schließlich wagten wir mit der Kaiserinsel als Gildenhalle vor etwas mehr als einem Jahr unsere ersten zaghaften GvG Versuche. Was dazu gesagt sein sollte: Wir waren PvE Spieler mit Sandkastenerfahrug im PvP. Man setzt auch kein Kleinkind hinter das Steuer eines 12 Tonners, nur weil es im Sandkasten das Modell eines solchen LKW's hin- und hergeschoben hat.
Im PvP unerfahren, teilweise mit unseren Positionen wenig vetraut, waren wir nicht mehr als Gelegenheitsspieler, die ein wenig von der rauen Luft der Gildenkämpfe schnuppern wollten.
Und wie könnte es anders kommen, funktionierte wahrlich nichts bei uns. Wenn ich mich recht entsinne, haben wir auf der Kaiserinsel kein einziges Match gewinnen können.
Wir wechselten schließlich die Gildenhalle, kämpften fortan auf der Nomadeninsel. Da wir alle durch Schule und ähnliche verpflichtende Freizeitaktivitäten relativ eingespannt waren, schafften wir es meistens nur einmal in der Woche, das Team zusammen auflaufen zu lassen. Und selbst dieser heilige Montag war immer öfter von der Abwesenheit von Stammspielern geprägt. Wir spielten fast nur in unserem Freundeskreis, Jörn war bereits ein festes Mitglied dieses Teams geworden. Durch ingame Bekanntschaften gelang es uns schließlich, einen relativ erfahrenen AdH Spieler als Runner und Taktiker für uns zu gewinnen.
Wir begannen, ein oberflächliches Verständnis für GvG's zu entwickeln. Wir gewannen unser erstes Match. Leider erinnere ich mich kaum noch daran, aber die Stimmung war euphorisch.
Doch nach wie vor gab es Probleme mit den Terminen, Probleme mit den Positionen. Die meistens von uns waren auf eine aus dem PvE gewohnte Stammposition beschränkt. Glücklicher Weise deckten wir ein relativ breites Spektrum an Positionen ab, doch eine Position war besonderer Streitpunkt: Der Waldläufer. Jörn und ich, beide seit dem Beginn von Guild Wars diese Klasse spielend, mussten plötzlich eine Entscheidung treffen. Die Zeiten, in denen wir im PvE Seite an Seite mit den Bögen den Gegner entgegen gestürmt waren, vorbei.
Jörn erwies sich dabei als deutlich dickköpfiger und so ließ ich mich dazu überreden, die fehlende Position des Infuse zu besetzen. Auch wenn von unserem damaligen Team, nur noch 3 bzw 4 Leute mitspielen, so möchte ich es doch aus Gründen der Nostalgie noch einmal nenen:
Erster Krieger und Caller: Urs, der wohl fast allen Schaden unseres Teams austeilte
Zweiter Krieger: Sven, legendär für seine nie stattfindenden Target-Wechsel: Ich prügele so lange auf diesen Monk ein, bis er stirbt
Waldläufer: Jörn, der in fast jedem Match die gegnerische Base aller ihrer Bogenschützen entledigte
Mesmer: Fiete, der alle 20 Sekunden einen abgelenkten Core-Skill verkündete
Elementarmagier: Christian, der sich immer wieder über seinen Ele freuen konnte
Nekromant: Jakob, der Nekromant wie er im Buche steht, inklusive böser Lache
Prott: Neo, der nach ungefähr einem Monat begann, auch Geisterbindung einzusetzen
Infuse: Milan, der ständig über Energienot klagte und mangelnde Übersicht
Runner: Sky, der unser taktisches Geschick mehr oder weniger erfolgreich in den Händen hielt
Und langsam, ganz allmählich begannen erste Sachen zu funktionieren. Wir schafften es halbwegs, nach so etwas wie Taktik zu spielen. Wir gewannen Spiele, legendär jenes Match gegen eine Top 800 Gilde, über welche wir trotz eines DC's von Nemesis triumphierten. Vor allem im Victory or Death zeigten wir wahre Stärke. Man könnte beinahe nostalgisch werden....
Doch mehrten sich die Terminprobleme, immer öfter kam es zu Streit im TS, bis wir schließlich das Team auflösten und fast alle von uns inaktiv wurden. Manche haben bis heute nicht wieder mit GW angefangen.
Ich selbst war für 6 Monate inaktiv. Doch nicht alle von uns blieben Guild Wars so lange fern, Jörn und Fiete wechselten zu der Todes Gilde [TG], in welcher sie Hanna, unseren zukünftigen Prot, kennen lernten. Sie begannen mit dem Versuch, ein neues GvG Team aufzubauen, zu welchem ich nach einiger Zeit wieder dazu stieß. Wir spielten einige Male, mit mehr oder weniger großem Erfolg. Unser größtes Problem war die Tatsache, dass wir keiner Stammteam vorweisen konnten. Es spielte wer gerade online war, nur einige Positionen schienen sich zu festigen. Fiete war mittlerweile auf Krieger umgestiegen, Hanna spielte unseren Prot, Jörn vergnügte sich nach wie vor in der Midline, ich spielte, so fern ich einmal online war, den Infuse. Auch Jakob und Urs gesellten sich wieder zu uns und verstärkten von Zeit zu Zeit unser Team. Aus einer der Bündnisgilden kommend wurde Jegor zu unserem Stammrunner.
Doch häufig scheiterten unsere Abende an Spielermangel oder sonstigen Lappalien, wie zum Beispiel dem Katapult. Obwohl die Insel des Jägers unsere Heimatinsel war, schafften wir es immer wieder, das gesamte Team an einem einzigen Schuss verrecken zu lassen.
Zudem erschwerten uns immer häufiger auftretende Streiterein zwischen dem GvG Team und der Gildenleitung das Leben und schließlich mussten wir daraus unsere Konsequenzen ziehen. Wir beschlossen, die TG zu verlassen, unsere eigene Gilde zu gründen und ein PvP Bündnis zu suchen. So kam es, dass Anfang April Magnetic Monopoles Move [West] gegründet wurde, unsere GvG Gilde.
Das GvG Team verließ die TG und wir begannen, nach einem Bündnis und weiteren Spielern zu suchen. Schließlich fanden wir Platz in dem Bündnis von My Car My Wife My [hall].
Langsam begannen wir uns auch qualitativ zu verbessern. Fiete hatte sich als Taktiker und Teamleiter etabliert. Durch eine Wartoweranzeige kam schließlich Kris zu uns, dessen Midlinerqualitäten uns bereicherten. Wir begannen, anspruchsvoller zu spielen, schafften es erstmals unsere Wertung über 1.000 zu heben.
Wir knüpften immer mehr Kontakte zu anderen GvG Gilden, insbesondere in unserem Bündnis. Nach kurzer Zeit gründeten wir unsere Smurf Hail To The Freaks [frx].
Bis hierhin hab ich jetzt erstmal geschrieben, werde es bei Gelegenheit in den letzten Passage noch ein wenig erweitern und das Ende fertig schreiben. Falls jemand an irgendeinem Punkt Einwände oder Richtigstellungen vorbringen möchte, so sage er mir bitte Bescheid, mein Gedächtnis ist auch nicht immer das Beste